Mietpreisentwicklung in Deutschland

Als Mieter ist man derzeit in einer schlechten Position: Schon seit Jahren ist das Angebot an bezahlbaren Wohnungen knapp und die Mieten steigen dementsprechend weiter. Besonders in großen Städten und Ballungsgebieten ist die Lage für Mieter schwieriger denn je. Ein beruflicher oder privater Umzug nach München oder Berlin kann schon mal richtig teuer werden.

Hauptstadt-Preise auch im Speckgürtel

Spitzenreiter bei den Mietpreisen ist seit Jahren Berlin. Dort stiegen innerhalb von vier Jahren die Preise für Mietwohnungen um 28 Prozent. Die Verteuerungen sind zwar nach Stadtbezirken ganz unterschiedlich ausgefallen, betrafen jedoch nicht nur Wohnungen in der Innenstadt. Im Bezirk Mitte mit Regierungsviertel und den hippen Ausgehmeilen in Friedrichshain und Kreuzberg ist das sehr hohe Mietpreisniveau gleichgeblieben. Aber auch jenseits dieser 1a Lagen stiegen die Mietpreise auch in Randlagen. Aufgrund der guten Nahverkehrsanbindung sind auch in den äußeren Bezirken hohe Steigerungen bei den Mieten zu verzeichnen. Wohnen im Grünen und das mit kurzen Wegen sowie guter Anbindung an Kudamm und Friedrichsstraße hat seinen Preis.

 

Mietpreisentwicklung in Deutschland

 

Blühende Wirtschaft und hohe Mieten

Ähnlich hoch ist das Niveau der Mieten in den wirtschaftlich prosperierenden Regionen an Rhein, Main und Ruhr sowie in den Industrieregionen im Südwesten. Ob in Düsseldorf, Köln oder Frankfurt, Mietwohnungen sind knapp und entsprechend teuer. Auch wer nicht unbedingt in einer ruhigen Innenstadtlage im Frankfurter Westend oder am Rand der Altstadt von Köln wohnen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Pendler, die in Frankfurt wohnen nehmen lange Wege in Kauf und wohnen beispielsweise in Rheinhessen. Im gesamten Nahverkehrsverbund der großen Metropolen sind deshalb die Mieten seit 2012 durchschnittlich um 20 Prozent gestiegen.

 

Sonderfall München

Die heimliche Hauptstadt ist seit Jahrzehnten zum Wohnen und Arbeiten äußerst beliebt. Das ohnehin hohe Mietniveau hat aber auch zwischen 2012 und 2016 noch einmal um 21 Prozent, und damit überdurchschnittlich zugelegt. In München kommen viele Faktoren zusammen: Es gibt gut bezahlte Arbeitsplätze und die Lebensqualität ist sehr hoch. Kulturelle Angebote, eine attraktive Innenstadt und die Nähe zu den Alpen und den unzähligen Seen sind kaum zu toppen.

 

Wohnzimmer

 

Attraktive Städte für Studenten

Ein Ende der steigenden Mieten ist auch in Universitätsstädten kaum zu erwarten. Steigende Studentenzahlen und geringe Neubautätigkeit sorgen für ein knappes Angebot an Wohnraum in Städten wie Tübingen, Marburg oder auch Weimar. Hier werden vor allem Apartments oder große Altbauwohnungen für Wohngemeinschaften nachgefragt. Das knappe Angebot ist gerade für Studienanfänger ein großes Problem, die dann die höheren Mieten zahlen.

 

Auch preiswerter Wohnraum vorhanden

Die durchschnittliche Steigerung der Mietpreise um 15 Prozent kommt durch die relativ niedrigen Steigerungsraten in weniger gefragten Städten und Gemeinden zustande. In Regionen mit wenigen verfügbaren Arbeitsplätzen sind die Mietpreissteigerungen weitaus moderater ausgefallen, wie entsprechende Auswertungen von Immobilien Portalen ergeben haben. Dies betrifft Regionen im Sauerland, Saarland und weiten Gebieten Ostdeutschlands. Hier finden auch bestens sanierte Altbauten mit moderaten Mieten keine Abnehmer. Fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten, schlechte Verkehrsanbindung und unterentwickelte Infrastruktur machen diese Wohnungen unattraktiv.